Welli Nachwuchs


 

           

Fotos: Copyright © Björn Bergmann

 

Koloniebrut oder Boxenbrut?

 

Bevor wir nun unserer loyalen Leserschaft erste Einblicke in unsere außergewöhnliche Naturwellensittichzucht ermöglichen, möchte ich mit einem vorbereitenden Diskurs in die Diskussion "Koloniebrut" oder "Boxenbrut" starten, die wir dann persönlich in unserer dazugrehörigen Facebook-Gruppe "Wellensittiche bei Facebook" fortführen können.

Nicht jedem ist es vergönnt, seine Tiere in einer derart großen Naturvoliere zu halten, wie wir es unseren 12 Wellis bieten können. Daher muss die Entscheidung "Koloniebrut/Boxenbrut" wohldurchdacht sein:

 

 

 

Koloniebrut oder Boxenbrut?

 

Beide Brutformen werden in der  Wellensittich-Szene unterschiedlich bewertet und führen zum Teil zu kontroversen Diskussionen. Manche Züchter bevorzugen die Aufzucht in Brutboxen, andere favorisieren die natürliche Variante, die Aufzucht in der Koloniebrut.

Während die einen (zu Recht) vor schweren Kämpfen der Wellensittich-Hennen innerhalb der Koloniebrut warnen, die sich im Streit um den besten Brutkasten schlimme Verletzungen zufügen können, halten die Befürworter der Koloniebrut  dagegen, dass es sich hierbei  um die natürlichere Variante der Nachzucht handeln würde.

Und was soll ich sagen? Beide Thesen haben ihre Berechtigung.

Eine Klärung lässt sich daher erst bei genauerer Betrachtung herbeiführen! Was ist mein Ziel als Züchter … und wo liegen die Unterschiede, Vor- & Nachteile der Boxenbrut im Vergleich zur Koloniebrut?

 

Foto: Copyright © Björn Bergmann

 

 

Zuchtziele:

Viele Züchter, insbesondere im Bereich der sogenannten „Exhibition Budgerigars", „Crested Budgerigars", der  „Schauwellensittiche“ und der sogenannten „Standardwellensittiche“ bevorzugen die Boxenbrut. Auf diese Weise können sie bestimmte Pärchen nach ihren Vorstellungen zusammensetzen und zwangsverpaaren. Diese Auswahl richtet sich jedoch nur selten nach gesundheitlichen Aspekten, nach der sich eine jede Zucht selbstverständlich ausrichten sollte.  Die Boxenbrut wird vielmehr dazu genutzt, bestimmte, vom Menschen gewünschte körperliche Merkmale, Mutationen und Farbschläge erzielen zu können.

Um derartige Ziele zu erreichen, ist in der Vergangenheit auf skrupelloser Weise immer wieder  auf gezielte Inzucht zurückgegriffen worden.  Eine unfassbare Perversion, die in der Natur niemals stattfinden würde und nur aufgrund der gezielten Manipulation durch den Menschen funktionieren kann.

Ein weiterer, großer Nachteil der Boxenbrut ist der, dass diese Art der Zucht oftmals in dunklen Kellerräumen, Garagen und anderen Verschlägen in großen Mengen, übereinandergestapelt mit nur künstlichen Lichtquellen stattfindet.

In der Koloniebrut dahingegen, dessen wichtigste Voraussetzung viel Platz, frische Luft und viel Freiflug gerade auch während der Aufzucht  ist, können sich die Wellensittiche ihre Partner innerhalb des Schwarms selbst aussuchen und zur Familiengründung eine echte „Liebesbeziehung“ eingehen.

Aus meiner Sicht ein klarer Punkt für die Koloniezucht!

 

Foto: Copyright © Björn Bergmann

 

Doch was ist mit den Streitigkeiten und den schweren Verletzungen, die naturgemäß durch die Boxenzucht verhindert werden können?

Offensichtlich gibt es hier tatsächlich einen Unterschied. Die Koloniebrut ist zweifelsohne anfälliger für Streitigkeiten unter den Hennen.  

So gesehen ein klarer Punkt für die Boxenzucht!

Handelt es sich jedoch, so wie in unserem Falle, um einen stabilen Schwarm, der bereits über mehrere Jahre friedlich zusammenlebt und bei dem sich bereits eine entsprechend feste, soziale Struktur innerhalb des Schwarmgeschehens dieser ausgesprochen sozialen Tiere etabliert hat, wird es kaum Streitigkeiten geben.

 

            

Foto's: Copyright © Björn Bergmann

 

Es macht also einen Unterschied, ob der Schwarm schon über Jahre fest verwachsen ist, oder ob regelmäßig neue Zuchttiere (für die Blutauffrischung) zusammengesetzt werden. Wenn man fortlaufend verantwortlich züchten möchte, ist letzteres sicherlich nicht zu umgehen. Dass durch den fortlaufenden Zuzug von fremden Artgenossen dann jedoch auch mehr Aufregung und Abgrenzung stattfindet, ist bei sozial lebenden Lebewesen eine normale Reaktion. Natürlich ist es in einer über Jahre gut funktionierenden Gruppe ruhiger und geregelter, als in einer Anhäufung von Charakteren, zu denen ständig Neuankömmlinge hinzustoßen.

Ein Phänomen, das wir ja auch gerade in der aktuellen, politischen Situation bei uns Menschen erleben können.

 

 

            

Foto's: Copyright © Björn Bergmann

 

Foto's: Copyright © Björn Bergmann

 

Foto's: Copyright © Björn Bergmann

 

 

In dem Falle unserer Naturwellis haben wir eine sehr homogene Gruppe, die über Jahre zusammenwachsen konnte. Auch unsere Pärchen konnten sich ihre Partner selbst aussuchen und wurden nicht zwangsverpaart.  Dieser Umstand sorgte für  Zufriedenheit, Frieden und Wohlbefinden innerhalb unseres Wellensittich-Schwarms.

Bestätigt wird diese These von der Tatsache, dass wir unsere „Sweety“, die erst vor einigen Wochen zu uns kam, tatsächlich aufgrund heftiger Kämpfe, vorerst isolieren mussten., während der komplette „Altbestand“ unserer Vögel harmonisch miteinander umgingen und sich sogar gegenseitig vor und auf ihren Baumhöhlen besuchen konnte, ohne dadurch Aggressionen auszulösen. Sie zwitscherten sich an, kraulten und fütterten sich gegenseitig, ohne dass dabei Eifersüchteleien entstanden.

 

Foto: Copyright © Björn Bergmann

 

Unserem Neuankömmling „Sweety“ boten wir indes eine weitere Baumhöhle innerhalb unserer Zimmervoliere an, die wir dann aber in das Wellihaus stellten, so dass sie gemeinsam mit ihrem Partner  im Schwarm präsent bleiben konnte um weiter mit ihm zusammenwachsen zu können. 

Und … es hat funktioniert!

Nachdem sie die angebotene Baumhöhle für sich beschlagnahmt und mit der Eiablage begonnen hatte, konnten wir die Tür der Zimmervoliere öffnen …  so das nun auch „Sweety“ wieder frei durch unsere große Naturvoliere fliegen konnte …

 

 

          

Foto's: Copyright © Björn Bergmann

 

 

Fazit:

 

Zweifelsohne ist die ideale Zuchtform die natürliche und artgerechte Koloniebrut dieser sozial sehr verträglichen Vögel. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch viel Platz und Freiflug sowie ein in sich stabiler Schwarm mit festen, sozialen Strukturen!

Wer indes  regelmäßig züchten möchte und dafür immer wieder neue, schwarmfremde Tiere zur Blutauffrischung nutzen muss (mit der Folge, dass das soziale Gefüge des Schwarmes immer wieder durcheinandergewirbelt wird) und seinen Tieren dabei nur ein überschaubares Platzangebot  bieten kann, sollte tatsächlich lieber auf die Boxenbrut zurückgreifen, um auf diese Weise schwere Verletzungen zu umgehen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn sich diese Haltungsform auf die Zeit der Aufzucht beschränkt und die Vögel anschließend wieder ihren Freiflug in der Voliere genießen können.

Wer also aus Platzgründen und/oder Unsicherheit lieber auf die Boxenzucht zurückgreifen möchte, sollte seinen Wellensittich-Pärchen zudem zuvor die Möglichkeit bieten, sich in der Voliere selbst kennenlernen und finden zu können und dann auch nur tatsächlich die Pärchen zur Zucht anzusetzen, die sich zuvor selbst zusammengefunden haben. 

Bitte KEINE ZWANGSVERPAARUNG.

 

 

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Bilder aus unserem

Wellensittich-Schwarm!

 

 

     

 

 

 

 

 

         

 

 

            

 

 

 

           

 

 


              

 

 

 

Bilder unserer Wellensittich-Naturzucht

gibt es ab sofort in der neuen Rubrik

 

"Wellensittichzucht"!

 

 

Vorweg schon jetzt die Information, das wir KEINE reguläre Wellensittichzucht starten werden, sondern unseren Schwarm (12 Tiere) nur einmalig, sozusagen für den "Eigenbedarf" aufstocken werden!

 

 

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