Welli Kindergarten

 

Der Wellikindergarten!

 

Während unsere Hennen noch damit beschäftigt waren, ihre jüngeren Küken zu hudern, waren die Väter bereits dabei, die größeren, bereits flüggen Küken mit aufmunternden Rufen und Animationsflügen hinaus in ihr Fluggehege zu locken. Immer wieder flogen sie dafür eng an den Köpfen ihrer Küken vorbei und schwebten mit nur wenigen Flügelschlägen elegant durch das kleine Fenster (50 x 50 cm) unseres Wellensittich-Hauses hinaus in die große Naturvoliere. Doch es sollte noch einige Tage und viele weitere Animationsversuche der Altvögel dauern, bis sich die ersten Küken tatsächlich trauten, ihren Vätern durch das geöffnete Fenster hinaus zu folgen.

Aufgeregt und mit großen Kulleraugen landeten sie noch etwas unsicher auf den umliegenden Bäumen und Büschen und beäugten von dort aus aufmerksam ihren neuen Lebensraum.

 

... im Apfelbaum!

 

             

... schnell haben unsere Küken gelernt, dass sie im dichten Blätterwerk Kühlung vor allzu intensiven Sonnenstrahlen, aber auch Schutz vor Greifvögeln finden ...

 

... doch noch viel interessanter sind die vielen Spielemöglichkeiten, die so ein toller Baum ihnen bieten kann!

 

                

 

Die vier Küken von "Moony Blue" und "Sweety" (siehe unsere Rubrik "Pärchen 3")

 

         

 

Schon bald lernen sie von ihren Eltern, die Flechten, die sich an den Zweigen des Apfelbaumes angesiedelt haben, abzuknabbern.

 

             

.... wir versuchen, unsere Tiere so natunah wie möglich zu halten!

 

Viel zu schnell vergingen die ersten Tage. Unsere Küken wuchsen zu stattlichen, kräftigen und kerngesunden, jungen Wellensittichen heran. Ab ca. der achten Woche begannen die Elterntiere (inzwischen waren auch die kleinen Nesthäckchen flügge geworden) ihren Nachwuchs auf die Welli-Wiese zu führen um sie dort mit alledem vertraut zu machen, was Mutter Natur so zu bieten hatte:

Deutsches Weidelgras,

Gemeine Rispe,

Wiesenrispe,

Knäuelgras,

Wiesengoldhafer,

Löwenzahn,

Rasenschmiele,

Wiesenschwingel,

Kammgras,

Ruchgras,

Glatthafer,

Rotschwingel,

Weiche Trespe,

Welsches Weidelgras,

Spitzwegerich und Kräuter sollten fortan ihren naturnahen Speiseplan unserer Wellensittiche bereichern.

 

... unser prächtiger "Moony Blue" führt seinen Sohn "Moody Blue" in die weite Welt hinaus ... bis hin auf ihre Welli-Wiese!

 

 

 

Obwohl unsere Wellensittiche außerordentlich hochwertiges Vogelfutter mit bis zu 40 unterschiedlichen Saaten angeboten bekommen, ernähren sie sich bereits seit Jahren im Frühjahr und Sommer zu einem großen Anteil von frischen Grassamen der unterschiedlichsten, heimischen Wiesengräser. Auch für unsere Küken stellt diese natürliche Ernährungsweise eine solide Grundlage für ein gesundes und langes Wellensittichleben dar.

 

 

Wie unschwer an dem schmutzigen Schnabel von "Moony Blue" zu erkennen ist, gibt es gerade Möhre als Zwischenmahlzeit!

 

 

Neben den vielen, täglich herbeigeschafften Gräsern bieten wir unseren Vögeln zudem noch Petersilie, Salat und unterschiedliches Gemüse an, darunter Möhren, Gurken, Paprika, und Tomaten. Um unsere Wellensittiche gesund zu erhalten, verwenden wir ausnahmslos Bio-Gemüse. Mit Nervengiften gespritztes Gemüse kann furchtbare Folgen für den empfindlichen Organismus unserer Wellensittiche haben.

 

 

Für den kleinen "Sammy" ist es wahrscheinlich wie im Paradies: Ein Leben im Schwarm, inmitten seiner Familie und einer großen Naturvoliere ... Blätter, Rinde und Äpfel und Abenteuer im Überfluss ... und täglich wie die Spatzen im Sand baden. Hier kann der kleine Welli zu einem echten Vogel heranwachsen!

 

Aufgrund des hohen Zuckergehaltes steht Obst nur sehr selten auf ihrem Speiseplan. Doch wenn es nun schon einmal auf den Bäumen wächst (Bild oben) oder direkt vor den Füßen liegt (Bild unten), dürfen unsere Wellis natürlich auch einmal zubeissen und einen fruchtigen Apfel genießen.

 

In ihrer Naturvoliere gibt es soooo viele schöne Dinge zu entdecken: Das Laub birgt oftmals krabelnde Insekten unter sich, die Wiese bietet köstliche, vitamin- und mineralstoffreiche Samenkörner und die Bio-Äpfel sprechen ohnehin für sich ...

Da hat so ein kleiner Vogel schon mal die Qual der Wahl.

 

Inmitten der Natur - hier sind sie hineingeboren ... und hier dürfen sie auch bleiben!

 

Obwohl wir viele Anfragen interessierter Wellihalter und Züchter bekommen haben, wollten wir unsere Vogelfamilien nicht trennen und ihnen ein natürliches Leben bieten: Im Familienverband und in dem Schwarm, in dem sie hineingeboren wurden.

 

Da alle unsere Wellensittichküken bei uns bleiben durften, konnten wir ihre natürliche Prägung und Sozialisation aus unmittelbarer Nähe beobachten. Oftmals werden junge Wellensittiche bereits mit sechs Wochen von ihren Eltern getrennt und an den Handel verkauft. Zwar sind die meisten (aber nicht alle) Wellis mit sechs Wochen bereits futterfest, doch rechtfertigt dies aus meiner Sicht noch lange nicht die sechste Lebenswoche als den richtigen Zeitpunkt anzusehen, um die Küken von ihren Eltern zu trennen. Wie sehr sie noch lange darüber hinaus von ihren Eltern begleitet und erzogen werden, lässt sich hautnah verfolgen, wenn man sie beieinander lässt.

Nicht alles was möglich ist, muss auch tatsächlich getan werden!

Über viele Wochen und Monate hinaus bleibt die enge Bindung zu ihren Eltern und Geschwistern bestehen. Selbst als jugendliche Wellensittiche versammeln sie sich im Schwarm lebend allabendlich gruppenweise in engen Familienverbänden auf ihren jeweiligen Schlafbäumen. Und in den ersten Tagen nach dem Flügge werden kehren einige von ihnen sogar noch einmal in ihre Baumstammhöhlen zurück um dort gemeinsam zu übernachten.

 

Auch über die sechste Lebenswoche hinaus kehrten unsere Wellis abends gerne noch einmal in ihre alte Baumstammhöhle ein, um dort Schutz zu finden und gemeinsam zu übernachten.

 

 

Prägung & Sozialisation im Familienverband

 

Im Welli-Kindergarten lernten unsere Vögel überlebenswichtige Verhaltensweisen von ihren Eltern (korrekte Einschätzung und Reaktionen auf die unterschiedlichsten Warnrufe der Wildvögel / fressbare Kräuter und Gräser / das Aufsuchen von geeigneten (!) Schutzplätzen bei starkem Regen u.s.w.) und wurden immer wieder von ihnen durch die Animation zu waghalsigen Flugmanövern zu erstklassigen Fliegern trainiert. Sie lernten mit den Lüften zu spielen, über Windböen zu segeln und durch Regen zu fliegen. Interessanterweise fanden nahezu alle Unternehmungen in den ersten drei Monaten nahezu ausschließlich im engsten Familienkreise statt. In diesen Wochen war das Interesse an den anderen Schwarm-Mitgliedern zwar durchaus vorhanden gewesen, gespielt, gekuschelt und gekrault wurde jedoch stets nur mit Eltern und Geschwistern im engsten Familienverbund.

 

 

 

                

 

                 

 

 

Noch können sie nicht viel miteinander anfangen und sitzen eher bedächtig nebeneinander: Die Brüder Mini-Blue und Milchblau (links) und unser Einzelküken "Tommy" (rechts). Zu diesem Zeitpunkt waren sie noch sehr familengeprägt ... doch schon bald sollten sie beginnen, miteinander zu spielen. Auch auf dem Bild unten sieht man das Desinteresse der beiden blutsfremden Vögel.

 

"Tommy", ihre Familienchronik verbirgt sich hier und die Geschichte der Familie "Blue" erscheint beim Anklicken dieses Links!

 

Mit ihren Eltern und Geschwistern flogen unsere Welliküken von Baum zu Baum und stärkten so auf natürliche Weise ihr Zusammengehörigkeitsgefühl. Immer und immer wieder tranierten sie ihre Bein- und Flugmuskulatur und spielten  im dehnbaren Geäst von Haselnuss und Bambus, um die dünnen Zweige als Schaukel und Wippe zu nutzen.

 

 

... auch der dehnbare Bambus bietet herrliche Spielmöglichkeiten für junge Wellensittiche!

 

                

 

 

              

Für neugierige und stets verspielte Wellensittiche stellt so ein großer Bambus eine herrliche Spielewiese dar! Hier können sie sich verstecken, schaukeln, wippen und natürlich wunderbar die zarten Blätter zerschreddern!

 

 

 

 

Und sollten die Küken sich im Spiel doch einmal zu weit von ihren stets besorgten Eltern entfernen, dauerte es stets nur wenige Augenblicke, bis ein Altvögel mit mächtigen Flügelschlägen herbeigesegelt kam, um seine Küken im Auge behalten und besser bewachen zu können.

Die ersten Wochen in der Naturvoliere waren eine tolle, ereigniseiche Zeit! Während draußen Rotkehlchen, Blaumeise und Dompfaff ihre Küken fütterten, spielten sich die gleichen Szenen auch innerhalb unserer Naturvoliere ab: Überall saßen Wellensitticheltern in den Bäumen und Büschen und riefen ihre Küken zur Fütterung zu sich ...

 

 

In der großen Voliere sind unsere Wellis stets bemüht, ihre Küken beieinander zu halten. Hier hatte "Moony Blue" eines seiner Küken zur Fütterung herbeigerufen ....

 

... und an besonders trockenen Tagen badeten unsere Wellensittiche, gemeinsam mit den Spatzen (nur getrennt durch das Volierengitter) im staubig-trockenen Sand. Genau wie bei den wilden Vögeln dient diese Prozedur auch ihnen zur Reingung des Gefieders.

 

"Tweety" schaut genau, wie es die Spatzen vor seiner Tür machen und wühlt sich anschließend ebenso lustvoll durch den Sand, wie seine entfernten Verwandten.

 

 

Nach einen solch abenteuerreichen und sehr ausgefüllten Tag suchten unsere Wellis allabendlich ihre Schlafplätze auf. Auch hier versammelten sie sich in kleinen Gruppen im engen Familienverband. In den Büschen und Bäumen finden sie Schutz, nicht nur vor Wind und Regen, sondern ganz besonders finden sie hier auch einen optimalen Sichtschutz vor den scharfen Augen der Falken und Sperber, Eichelhäher und Elstern. 

 

 

Manche Wellifreunde backen frisch gepflückte Äste aus, bevor sie sie ihren Wellis zum Knabbern und Anfliegen anbieten. Doch mit dem Backen gehen zugleich wertvolle Vitamine, Mineralien und Spurenelemente verloren! Viel besser ist es daher, ihnen frische, unbehandelte Naturmaterialien anzubieten.

 

Die Natur ist nicht der Feind unserer Tiere, sondern sie hält sie gesund und fit für ein langes, glückliches Wellensittichleben.

 

 

             

 

 

Wie kleine Entenküken folgten auch unsere Welliküken ihren Eltern durch unsere Naturvoliere.

Von ihnen lernten sie durch das dichte Blätterwerk hindurch an morsche Bäume empor zu klettern und deren Rinde nach Insekten zu durchsuchen und ganz besonders gerne, die bereits morschen Rindenteile komplett zu zerschreddern. Auf diese Weise nutzen sie ihre Krallen und Schnäbel auf ganz natürliche Art und Weise ab.

 

Dichtes Blätterwerk bietet den perfekten Schutz für so einen kleinen Vogel.

 

 

Für unsere jungen Wellensittiche müssen die ersten Lebenswochen und Monate voller Abenteuer und unbeschreiblich schön gewesen sein. Im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen wurden sie nicht bereits im zarten Alter von nur sechs Wochen von ihren Eltern und Geschwistern getrennt, sondern wuchsen gemeinsam mit ihnen auf und werden auch ihr zukünftiges Leben in ihrem Geburtsschwarm verbringen. So natürlich wachsen sonst nur noch ihre wilden, australischen Verwandten auf. In der domestizierten Vogelwelt stellt diese Haltungsform vermutlich ein Novum dar. Obwohl ich an dieser Stelle gerne und erfreut festhalten möchte, dass ich immer mehr nette E-Mails von anderen Vogelhaltern bekomme, die mir mitteilen, dass sie durch die artgerechte Haltung unserer Wellensittiche dazu inspiriert wurden, nun auch ihren eigenen Wellis eine größere Naturvoliere bauen zu wollen. Einige prachtvolle Naturvolieren sind auf diese Weise bereits entstanden. Ich freue mich außerordentlich über solche Rückmeldungen, zeigen sie doch, das die viele Arbeit, die mein alter Herr in den Bau dieser Voliere gesteckt hatte, nicht nur das Leben unserer Tiere bereichern konnte, sondern zugleich auch das Leben zahlreicher weiterer Wellensittiche (durch diese Homepage als Multiplikator) positiv beeinflussen konnte.

 

             

 

 

               

 

 

 

Sozialisation inmitten der Natur

 

Innerhalb weniger Tage lernten unsere Küken die Rufe der wilden Vögel ebenso exakt einzuschätzen, wie die Warnrufe ihrer Eltern. Für uns war es interessant, die erstaunlich ausgeprägte Palette der unterschiedlichen Warnrufe unserer Altvögel und die daraus resultierenden, unterschiedlichen Reaktionen ihrer Küken zu deuten. So unterschieden unsere Küken sehr genau die unterschiedlichen Warnrufe ihrer Eltern: Kamen neue Menschen hinzu, so sorgten die Altvögel lediglich für eine angespannte Aufmerksamkeit ihrer Küken. Schlich jedoch eine Katze vorbei, so schickten sie ihren Nachwuchs auf den Versammlungsbaum, erblickten sie gar die Silhouette eines Greifvogels am Himmel, so ging ihr Schrei durch Mark und Bein und ließ ihr Küken augenblicklich und in atemberaubender Geschwindigkeit in alle vier Himmelsrichtungen in Deckung fliegen.

Solange sie noch klein waren, sorgten ihre Eltern in solchen Situationen dafür, dass ihr Nachwuchs stets das nächstgelegene Gebüsch zur Deckungnahme aufsuchte. Erst als sie älter, schneller und wendiger wurden, wagten sie mit ihren Küken den direkten Flug durch das stets geöffnete Fenster ihres Schutzhauses, durch das sie mit einer unfassbaren Geschwindigkeit hindurchschossen.

 

 

Im Dickicht der Bäume fühlen sie sich geborgen, auch wenn ihre Gefiederfarbe ihnen bei der Tarnung nicht mehr wirklich behilflich ist.

 

 

Gelbe Wellis sind ihren blauen Artgenossen gegenüber in einem klaren Vorteil: Im Lichterspiel der Sonne können ihre Farben mit den Lichtquellen verschwimmen und unkenntlich werden. Ein blauer Wellensittich bleibt jedoch in allen Lebenslagen deutlich erkennbar und dürfte in freier Natur daher zuallererst einem Greifvogel zur Beute werden.

 

 

           

 

 

 

 

          

 

 

 

Schon in jungen Wochen lernen sie von ihren naturerfahrenen Eltern den vorsichtigen "Blick über den Tellerrand",

um die Umgebung nach Fressfeinen abzuscannen.

 

 

sehr schnell lernen sie von ihren Eltern, die Blätter optimal einzusetzen: Als Sichtschutz vor Greifvögeln (siehe unten)

ebenso wie als geeigneten Sonnen- und Regenschutz!

 

 

 

 

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